04.11.2020

Masterplan in Grün

Das Freiraumentwicklungsprogramm stellt das grüne Gegenstück zum Masterplan 2030 dar. Ein zentraler Baustein für die zukünftige Stadtplanung in Zeiten des Klimawandels.

Mit dem Beschluss des Freiraumentwicklungsprogramm (FEP) in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag bekommt Offenbach ein grundlegendes Planungsdokument, dass der Sicherung und Weiterentwicklung der öffentlichen Freiräume dient.

„Die Bedeutung des Freiraumentwicklungsprogramms für die Stadtentwicklung ist enorm“ erklärt Sybille Schumann, die als grünes Stadtverordnetenmitglied im Ausschusses für Umwelt, Planen, Bauen (UPB) die Entwicklung des FEP intensiv begleitet hat. „Zum ersten Mal erhält Offenbach ein grundlegendes Dokument, in dem der Ist-Zustand der gesamten grünen Infrastruktur dokumentiert ist. Dazu gehören sowohl innerstädtische Parks, Straßengrün, nichtbebaute Freiräume, als auch Kleingärten, Wiesen, Wälder und landwirtschaftliche Nutzflächen. Diese wurden zusammenhängend erfasst, dargestellt und anschließend auf ihre Potentiale hin analysiert. Auf dieser Grundlage wurde ein umfangreicher Katalog mit konkreten Handlungskonzepten erarbeitet. Hierin sind über 140 Einzelmaßnahmen enthalten, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind“, so Schumann weiter.

Der grüne Stadtverordnete und langjährige UPB-Ausschussvorsitzende Edmund Flößer-Zilz erinnert sich: „Uns Grünen lag die Entwicklung des FEP von Anfang an sehr am Herzen. Seine Anfänge nahm dieses Vorhaben ungefähr zur gleichen Zeit als wir parteiübergreifend den Masterplan 2030 erarbeitet haben. Während der Masterplan 2030 das strategische Rahmendokument für die Entwicklung Offenbachs als Wirtschafts- und Wohnstandort ist, stellt das Freiraumentwicklungsprogramm eine Art grünes Gegenstück dar - ein Masterplan in Grün. Daher war für uns Grüne die Erarbeitung des FEP als komplementäres Planungsinstrument ein Herzensanliegen, über dessen baldigen Beschluss wir uns sehr freuen.“

Die große Bedeutung des Programms für die zukünftige Stadtentwicklung ergibt sich aus seinen Hauptzielen, die allesamt Kernanliegen Grüner Kommunalpolitik sind: „Dazu gehört insbesondere die Erhöhung der Lebensqualität in der Stadt. Neben städtischem Begleitgrün sind zusammenhängende, grüne Inseln und Aufenthaltsräume in einer Stadt die Grundlage für ein gesundes Leben, nicht nur in Zeiten des Klimawandels. Weiterhin ermöglichen solche Orte Begegnungen der Menschen. Gerade in einer so bunten und kosmopolitischen Stadt wie Offenbach ist dies von großer Bedeutung“ betont Sybille Schumann. „Nicht zuletzt hebt der FEP Leitlinien für den Erhalt und die Verbesserung des Stadtklimas hervor“, fasst Schumann zusammen.

„Die dargestellten Umsetzungsmaßnahmen hätten nach unserem Geschmack an manchen Stellen noch etwas mutiger sein dürfen, wie z.B. bei der großflächigeren Reduzierung von Fahrstreifen zugunsten von Radverkehrs- und Alleenanlagen. Das ist jedoch nicht dem Fachpersonal vorzuhalten, die den FEP erarbeitet haben. In erster Linie hängt dies am Gestaltungswillen der politischen Akteure, und da sind nicht alles so klar aufgestellt wie wir Grünen. Die vielen Einzelmaßnahmen werden in nächster Zeit für ihre erfolgreiche Umsetzung noch politische Begleitung und Willen brauchen. An manchen Stellen wird es unweigerlich zu Zielkonflikten mit anderen Interessen kommen. Wir Grüne werden um Unterstützung bei den Offenbacherinnen und Offenbachern werben und uns für eine lebenswerte, grüne Stadt einsetzen. Glücklich sind wir über die professionelle Grundlage, welche wir nun mit dem FEP haben. Unsere Verwaltung hat für die hohe Professionalität und gelieferte Qualität bei der erbrachten Arbeit am Freiraumentwicklungsprogramm ein vollumfängliches, ausdrückliches Lob verdient“ sind sich die Grünen Stadtverordneten Schumann und Flößer-Zilz abschließend einig.

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